Haben Sie auf Ihrer Ferienreise auch Zeit verloren?

Wenn der Radiosprecher Recht hat, dann sind mir in meinen Sommerferien etwa 50 Minuten Zeit abhanden gekommen. In 14 Tagen. Viel ist das ja nicht und gemerkt habe ich es erst auf der Heimfahrt. Aber da stellt sich doch die Frage: Wo soll ich mit der Suche anfangen? Eintausendeinhundertsiebenundfünfzig Kilometer liegen hinter mir … Irgendwo auf dieser Strecke müssen diese 50 Minuten sein. Wenn ich mir dazu noch vorstelle, wie viele andere Ferienreisende unterwegs Zeit verloren haben! Die Grauen Männer in Michael Endes «Momo» könnten sich damit ohne weiteres einen grösseren Zigarettenvorrat anlegen.

 

Aber mal ernsthaft. Der Begriff «Zeit verlieren» ist in den Verkehrsnachrichten erst vor einiger Zeit aufgetaucht. Früher musste man mit einer Wartezeit oder einer längeren Reisezeit rechnen. Wie kommt man auf die Idee, dass man Zeit verlieren kann? Dass Zeit mal langsam und mal schnell vergeht, ist irgendwie einleuchtend, aber dass sie sich einfach aus dem Staub macht? Das kann ich mir nicht vorstellen, schon gar nicht, wenn ich genervt und gelangweilt auf der Autobahn im Stau stehe und das Gefühl habe, jede einzelne Sekunde dehne sich zu einer Ewigkeit. Klingt übrigens eher nach einem Gewinn als einem Verlust. Man müsste diese Stausekunden nur entsprechend nutzen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mike La Marr (Donnerstag, 30 Juli 2015 17:58)

    Ein mit mir eng befreundeter, äusserst geistreicher Radiomoderator liess jüngst durchblicken, nicht einmal er und seine KollegInnen verstünden Sinn und Hintergrund des plötzlichen Zeitverlustes gänzlich. Ihm scheine, die gute alte Wartezeit sei vor allem bei den grösseren Nord-Süd-Staus unvermindert aktuell, wohingegen sich der Zeitverlust beim noch zermürbenderen alltäglichen Stop & (No)Go eingeschlichen habe. Ausführlicher wollte er freilich - des Zeitverlustes wegen - nicht darauf eingehen.